Heinz Lewerenz (1890-1939)


Heinz Lewerenz (1890-1939)


Verkauft

 

 

TITEL  Das Modell

TECHNIK  Mischtechnik / Papier / Pappe

SIGNATUR "Heinz Lewerenz 1920" unten links

ENTSTEHUNGSJAHR  1920

GRÖSSE (H x B)  65 x 45 cm

RAHMEN  Holzrahmen mit säurefreiem Passepartout und UV-Schutzverglasung

ZUSTAND  Sehr schönes Exemplar. Kleinere Risse im Papier oben links/rechts.

PROVENIENZ  Privatsammlung NRW

 

KUNSTWERK

"Das Modell", 1920 Mischtechnik / Papier / Pappe, 65 x 45 cm, signiert und datiert "Heinz Lewerenz 1920", bezeichnet "Das Modell".

Im Herbst 1919 gründeten Herbert Behrens-Hangeler, Hermann Freudenau, Heinz Lewerenz und Erich Lossie die avangardistische Künstlergemeinschaft "Der Wurf". In den ersten sechs Monaten des Jahres 1920 organisierte die Gruppe fünf öffentliche "Wurf"-Abende mit lyrischen bzw. literarischen Themen. Veranstaltet wurden die Abende im Haus der Familie Keller in der Herforder Straße. Geplant war u.a. die Herausgabe einer Zeitschrift für neue Literatur, Musik und Grafik unter Mitarbeit von Emil Nolde und Christian Rohlfs. Fünf Ausstellungen organisierten die "Wurf"-Künstler in Bielefeld. Im Juni 1920 gehörten dem Künstlerrat der Gruppe, der neue Mitglieder wählte, folgende Personen an: Herbert-Behrens-Hangeler, Max Bauer, Hermann Freudenau, Otto Griebel, Heinz Lewerenz, Erich Lossie, sowie eine junge Frau, Hertha Keller, an.

Das Bild "Das Modell" zeigt diese Hertha Keller im Künstleratelier sitzend. An den Wänden und auf dem Boden sieht der Betrachter diverse Gemälde. Das Bild ist ganz in den Farben weiss, blau, rot und schwarz gehalten. Die Nähe des damals 29jährigen Künstlers Heinz Lewerenz zu seinem Modell mag man erahnen. Aus der Beziehung der beiden entstand jedenfalls ein Sohn, der später nach London auswanderte.

Im Jahr 1919 bemerkte Heinrich Becker anläßlich einer Ausstellung von Werken Lewerenz' im Kunstsalon Otto Fischer: "In den Oelbildern strebt er schöne Malerei zu liefern, in Aquarellen und Zeichnungen dagegen will er seine Erlebnisse ausdrücken...". Die expressionistischen Aquarelle, die oft von leuchtender Farbigkeit sind, können als Höhepunkte im Schaffen von Lewerenz bezeichnet werden. Äußere Wirklichkeit und die durch sie ausgelösten Empfindungen sind in ihnen eine Verbindung eingegangen, bei der manchmal die Realität unter dem Druck übermächtiger Gefühle in einem Rausch von Farben zu versinken beginnt.

In Summe kann man festhalten, dass das Bild "Das Modell" aufgrund des historischen Umfeldes, der dargestellten Farbigkeit und Größe und aufgrund des persönliches Kontextes als ein museales Hauptwerk des Malers Heinz Lewerenz angesehen werden kann.

 

KÜNSTLER

Heinz Lewerenz (21.9.1890 in Bielefeld; 31.8.1939 in Bad Wiessee) war ein deutscher Expressionist.​

Nach einer kaufmännische Lehre arbeitete Heinz Lewerenz in einem Musterzeichneratelier. Anschliessend besuchte er die Klasse von Godewols an der Handwerker- und Kunstgewerbeschule in Bielefeld von 1909 bis 1914. Dort lernte er u.a. Peter August Böckstiegel und Victor Tuxhorn kennen. Heinz Lewerenz wird Mitglied der Künstlergruppe "Rote Erde" in Bielefeld, bevor er von 1914-1918 am 1. Weltkrieg teilnimmt.

Es folgt das Studium an der Kunstakademie in Dresden (Lehrer: Otto Gussmann). 1919 ist Lewerenz Gründungsmitglied der Künstlergemeinschaft "Der Wurf". Ab 1923 wird Lewerenz Leiter der Entwurfsklasse für angewandte Malerei an der Kunstgewerbeschule in Kassel. 1937 werden Werke von Heinz Lewerenz von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und vernichtet.

 

AUSSTELLUNGEN (AUSWAHL)

  • 1920: Der Wurf, Kunstsalon Heinrich Brinkmann, Bielefeld
  • 1920: Kunstsalon Otto Fischer, Bielefeld
  • 1922: Aktsaal der Handwerker- und Kunstgewerbeschule Bielefeld
  • 1981: Hermann Freudenau – Heinz Lewerenz. Kulturhistorisches Museum Bielefeld
  • 2010: Der Westfälische Expressionismus, Kunsthalle Bielefeld
  • 2014: Das Glück in der Kunst – Expressionismus und Abstraktion, Kunsthalle Bielefeld

 

LITERATUR

  • Westfälische Künstler - Hermann Freudenau, Heinz Lewerenz, R. Jörn, Kulturhistorisches Museum Bielefeld 1981
  • Sammlung Bunte – Positionen der Klassischen Moderne, Burkhard Leismann, Kunstmuseum Ahlen 2007, S. 122-123
  • Der westfälische Expressionismus, J. Hülsewig-Johnen, Hirmer Verlag 2010
  • Das Glück in der Kunst. Expressionismus und Abstraktion um 1914. Sammlung Bunte. Hrsg. Jutta Hülsewig-Johnen
    und Henrike Mund, Ausst.-Kat. Kunsthalle Bielefeld, Bielefeld 2014
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