Ludwig Godewols (1870-1926)


Ludwig Godewols (1870-1926)

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TITEL  Krankes Mädchen mit roter Schleife

TECHNIK  Öl / Leinwand

SIGNATUR  Unten rechts signiert und datiert "L GODEWOLS 1918"

ENTSTEHUNGSJAHR  1918

GRÖSSE (H x B)  78 x 42 cm

RAHMEN  Schwarz-goldener Holzrahmen

ZUSTAND  Altersbedingte Craquelée und Retuschen

PROVENIENZ  Privatbesitz NRW

PRÄSENTATION  Das Bild kann in der Galerie in Bad Iburg besichtigt werden

 

KUNSTWERK  

"Krankes Mädchen mit roter Schleife", 1918, Öl auf Leinwand, 78 x 42 cm, signiert und datiert.

Ludwig Godewols hat im letzten Jahr des 1. Weltkrieges in seiner traditionellen und akademischen Malweise ein ungewöhnliches Kunstwerk geschaffen. Kein normaler Akt und auch keine gewöhnliche Darstellung eines jungen, fröhlichen Mädchens. Godewols hat in dem Gemälde "Krankes Mädchen mit roter Schleife" in sehr persönlicher Sichtweise ein junges Mädchen festgehalten, das wohl an der Krankheit 'Morbus Scheuermann' leidet. Der stark gekrümmte Rücken zeigt die schwierige Situation des Mädchens Anfang des 20. Jahrhunderts auf; keine Heilung möglich und Verschlimmerung wahrscheinlich. Das Gesicht des Mädchens jedoch versprüht Freude und weist ein überraschendes Selbstbewusstsein auf. Godewols hat in dem Gemälde gewissermaßen die innere Kraft und die äußere Schwäche eines jungen Menschen mit dem Wunsch nach Schönheit (Rote Schleife?) dargestellt. In Summe ein außergewöhnliches und seltenes Kunstwerk der Zeitgeschichte.

 

KÜNSTLER

Ludwig Godewols (* 1870 in Gnoien; † 1926 Bielefeld) war ein deutscher Maler und Professor in Bielefeld.

Godewols arbeitete nach seiner Lehre als Malergeselle in Bremen und Hannover. Dort studierte er an der Handwerker- und Kunstgewerbeschule und schloss mit der Lehrbefähigung für das Maler-, Lithographen- und Buchbinderhandwerk ab. 1903 kommt Godewols als Lehrer an die Fachschule der Malerinnung nach Bielefeld. 1907 wechselt er an die neu gegründete Städtische Handwerker- und Kunstgewerbeschule. Godewols, aufgeschlossen für die Moderne, unterrichtet in seiner Malklasse die ambitionierten Kunstgewerbeschüler. Er trägt maßgeblich dazu bei, dass die Bielefelder Schule zu einem Ort des modernen Kunstschaffens wird. So besucht er mit seinen Schülern 1909 das Folkwang-Museum in Hagen und 1912 die Sonderbund-Ausstellung in Köln. Die Leitbilder der Moderne hinterlassen bei seinen Schülern einen tiefen Eindruck. Die berühmtesten seiner Schüler waren P.A. Böckstiegel, Hermann Stenner, Heinz Lewerenz, Hermann Freudenau, Victor Tuxhorn, Else Lohmann, u.v.m. Streng, aber auch fördernd, unterstützte er seine Schüler mitunter auch materiell. 

Anfänglich einer traditionell akademisch geprägten, dunkeltonigen Malweise verpflichtet, findet Godewols zu Beginn der 1920er Jahre in seinen Bildern zu stärkerer Farbigkeit. Seine Aufgeschlossenheit für die Kunst der Moderne findet mit diesen Bildern einen sichtbaren Niederschlag in seinem Schaffen. 1923 wird ihm eine Ausstellung im Städtischen Kunsthaus in Bielefeld gewidmet. 1926 stirbt Godewols mit nur 56 Jahren. Er bleibt vor allem als Lehrer in Erinnerung. 1953 würdigt in das Museum nochmals mit einer Ausstellung gemeinsam mit seinen Schülern. 

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