Gerta Overbeck (1898-1977)


Gerta Overbeck (1898-1977)


Verkauft

 


TITEL Häuser

TECHNIK  Linolschnitt / Japanpapier

SIGNATUR  Unten links Monogramm "G.O."

ENTSTEHUNGSJAHR  1924

GRÖSSE  (H x B)  27,5 × 20,2 cm

RAHMEN  Alter, schwarzer Holzrahmen

ZUSTAND  Braunfleckig, in der oberen linken Ecke wasserrandig, stellenweise knittrig. Die Ecken verso mit Papier alt hinterlegt

PROVENIENZ  Privatsammlung Westfalen

 

KUNSTWERK

"Häuser", 1924, Linolschnitt / Japanpapier, 27,5 x 20,2 cm, Monogramm unten links "G.O.", bezeichnet und datiert auf dem unterlegten Karton "HÄUSER 1924".

Im Fokus Gerta Overbecks stand eine nüchterne und unsentimentale Darstellung des Arbeits- und Alltagslebens der Menschen. Ihre sozialkritischen Milieustudien entstanden überwiegend in den frühen 1920er-Jahren. Aus dieser wichtigen Phase stammt auch der Linolschnitt "Häuser". Die Wohnungsnot sorgte in den Städten für eine rasante Veränderung in der Architektur. Gerta Overbeck hat in diesem Werk in neusachlicher Art die Entwicklung vom kleinen Wohnhaus zu großen, modernen Wohnstrukturen festgehalten.

 

KÜNSTLER

Gerta Overbeck (* 16. Januar 1898 in Dortmund; † 2. März 1977 in Lünen) war eine deutsche Malerin und Vertreterin der Neuen Sachlichkeit.

Gerta Overbeck – eine Tochter von Julius Overbeck und seiner Ehefrau Hedwig Overbeck, geb. Schmieding – begann 1915 eine Zeichenlehrerausbildung in Düsseldorf. Von 1919 bis 1922 besuchte sie die Kunstgewerbeschule Hannover. Von 1922 bis 1931 war sie in Dortmund als Zeichenlehrerin an verschiedenen Gymnasien tätig. In dieser Zeit war Gerta Overbeck seit 1926 die Lebensgefährtin des Malers Ernst Thoms, den sie auch porträtierte.

In Dortmund nahm Gerta Overbeck 1931 an der 5. Großen Westfälischen Kunstausstellung teil. 1931 zog sie nach Hannover und arbeitete als freie Malerin und veröffentlichte kunsttheoretische Beiträge in der Zeitschrift „Der Wachsbogen“. Sie hatte Kontakt zu den Künstlern Hans Mertens, Karl Rüter, Grethe Jürgens und lernte den Schriftsteller Gustav Schenk, ihren späteren Ehemann kennen. Im Mai 1932 wurden 23 ihrer Werke in der Ausstellung „Die Neue Sachlichkeit in Hannover“ gezeigt. Politisch stand Gerta Overbeck der Kommunistischen Partei nahe und gehörte ihr auch kurze Zeit an.

Am 18. Januar 1937 wurde ihre Tochter Frauke geboren. Am 18. Mai 1937 heiratete sie Gustav Schenk, den Vater ihres Kindes. Die Ehe wurde am 15. März 1940 geschieden. Bereits 1938 kehrte sie zusammen mit ihrer Tochter nach Cappenberg bei Lünen zurück. Sie lebte dort abgeschieden und in wirtschaftlich bescheidenen Verhältnissen. Von 1958 bis 1961 belegte sie noch einmal Malkurse an der Kunstgewerbeschule in Braunschweig. Sie ist in Cappenberg auf dem Waldfriedhof beigesetzt. Ganz in der Nähe des Friedhofes und in der angrenzenden Stadt Lünen im Ortsteil Wethmar wurde je eine Straße nach ihr benannt.

Zu ihrem engeren Freundeskreis gehörten Gertrud Heinersdorff, die Witwe des Berliner Glasmalers Gottfried Heinersdorff, sowie Anna Endell, die zweite Ehefrau des Designers August Endell. 1976 fand ihre erste Einzelausstellung in Hamburg statt. Gerta Overbeck gilt als herausragende Vertreterin der Malerei der Neuen Sachlichkeit. Einige ihrer Bilder wurden wiederentdeckt und dem Kunstmarkt zugeführt.

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