Hanns Kralik (1900-1971)


Hanns Kralik (1900-1971)

2.100,00
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TITEL Die Honoratioren

TECHNIK  Kaltnadelradierung / Velin

SIGNATUR  Rechts unen "Hanns Kralik 29"

ENTSTEHUNGSJAHR  1929

GRÖSSE  (H x B)  42,2 × 31,8 cm

AUFLAGE  Unbekannt

PROVENIENZ  Privatbesitz NRW; Privatbesitz Niederlande

RAHMEN  Holzrahmen mit säurefreiem Passepartout und UV-Schutzverglasung

PRÄSENTATION  Das Bild wird zurzeit gerahmt

 

KUNSTWERK

"Die Honoratioren", 1929, Kaltnadelradierung / Velin, 42,2 x 31,8 cm, signiert und datiert "Hanns Kralik 29", handschriftlich bezeichnet "Die Menschen" und "3.". Die Radierung ist abgebildet in "100 Jahre Hanns Kralik", Pahl-Rugenstein-Verlag, Juni 2000, Abb. 47, Seite 46. 

Bei der  Radierung "Die Honoratioren" handelt es sich um eines von 10 Blättern des Zyklus "Die Kleinstadt" von Hanns Kralik:

1   Die Menschen
2   Die Jugend
3   Die Alten
4   Die Eltern
5   Die Honoratioren

6   Die Straße
7   Die Promenade
8   Der Wald
9   Der Morgen
10 Der Abend

Kraliks Suche nach neuen Formen und Inhalten begann um 1926: kubistische Versuche, Orientierung am karikaturistischen Stil George Grosz´ oder an der Neuen Sachlichkeit. Und religiöse Motive wurden zugunsten von Porträts und Alltagsszenen aufgegeben.

Nachdem Kralik 1928 die Düsseldorfer Akademie als Meisterschüler verlassen hatte, tauchte er in die progressive Düsseldorfer Kunstszene (zum Beispiel Junges Rheinland, Schauspielhaus Düsseldorf, Langnamen-Verein) ein und engagierte sich in den sich seit 1928 zuspitzenden Klassenauseinandersetzungen der Wirtschaftsmetropole Düsseldorf.

 

KÜNSTLER

Hanns Kralik (* 27. Mai 1900 in Neufeld an der Leitha; † 9. Mai 1971 in Düsseldorf) war ein deutscher Maler, Grafiker und Widerstandskämpfer.

Kralik stammte aus einer Bergarbeiterfamilie und wuchs im Ruhrgebiet auf. Mit 14 Jahren arbeitete er bereits unter Tage im Bergwerk. Zunächst bildete er sich autodidaktisch im Zeichnen aus und später absolvierte er parallel zu seiner Schichtarbeit von 1925 bis 1928 ein Studium an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf. Früh entwickelte er die Verbindung zum jungen Rheinland. Er wurde Mitglied der Düsseldorfer Asso, der Assoziation revolutionärer bildender Künstler. Im März 1933 wurde Kralik als Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands verhaftet. Kralik war im KZ Börgermoor interniert. Dort fertigte er die Zeichnung zu dem Lied Die Moorsoldaten an. Mit seiner Frau Lya Kralik floh er im Dezember 1934 über Holland nach Paris.

In der Emigration war Kralik im Widerstand gegen die faschistische Besatzung Frankreichs tätig. Unter anderem fertigte er antifaschistische Plakate, Flugblätter, Streuzettel sowie Ausweispapiere für Illegale an. Später schloss er sich der Résistance, Sektor Travail allemand (TA) an.

Zurück in Düsseldorf, beteiligte er sich ab Juli 1945 am Wiederaufbau. Er war Beigeordneter der KPD und Kulturdezernent im Amt für kulturelle Angelegenheiten in Düsseldorf. 1950 aufgrund des Adenauer-Erlasses zur sogenannten Verfassungstreue wurde der Kulturdezernent, zeitweise Sportdezernent, Hanns Kralik aus seinen Ämtern entlassen. Grund war die Mitgliedschaft in der KPD.

In den letzten 20 Lebensjahren widmete sich Hanns Kralik wieder dem künstlerischen Schaffen.

 

LITERATUR

  • Hanns Kralik: Grafik. (anlässlich der Ausstellung „Bilder aus dem Widerstand“. Zum 100. Geburtstag Hanns Kraliks, 4. bis 19. Mai 2000 Bonn/Galerie Pentagramm, Kult 41)
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