Hans Siebert von Heister (1888-1967)


Hans Siebert von Heister (1888-1967)


Preis auf Anfrage

 

 

TITEL  Ekstase

TECHNIK  Öl / Leinwand

SIGNATUR  Unten rechts signiert "HS. Heister"

ENTSTEHUNGSJAHR  um 1919

GRÖSSE (H x B)  89 x 59 cm

RAHMEN  Schwarzer Holzrahmen

ZUSTAND  Sehr gute Erhaltung

PROVENIENZ  Privatbesitz

PRÄSENTATION  Cologne Fine Art & Design vom 20. bis 24. November 2019 (Stand B44)

 

KUNSTWERK

"Ekstase", um 1919, Öl auf Leinwand, 89 x 59 cm, signiert "H-S. Heister", auf neuen Keilrahmen aufgezogen.

Ein typisches Werk Hans Siebert von Heisters aus seiner Zeit in der „Novembergruppe“ in Berlin im Stil des Kubofutoexpressionismus (Kubismus, Futurismus, Expressionismus). Farbe, Formen und Bewegung ziehen den Betrachter in die ekstatische Handlung der Personen.

Das Gemälde „Ekstase“ von Hans Siebert von Heister wurde 1985 in der Galerie Pabst in München ausgestellt (Kat-Nr. 3). Werke des Künstlers erscheinen selten auf dem Kunstmarkt. Das Gemälde "Männer" wurde z.B. 1999 für umgerechnet 62.000€ bei Christie's in London versteigert und das Gemälde "Drei Frauen" im Jahr 2008 ebenfalls bei Christie's für 31.000€. Von Heisters Gemälde "Wut" befindet sich in der Sammlung des Los Angeles County Museum of Art (LACMA).

Werke von Heisters waren in der letzten Zeit in den folgenden Ausstellungen zu sehen:

  • ZEITENWENDE - Von der Berliner Secession zur Novembergruppe (Bröhan Museum, Berlin - 2015/16)
  • FREIHEIT - Die Kunst der Novembergruppe 1918–1935 (Berlinische Galerie - 2018/19)

 

KÜNSTLER

Hans Siebert von Heister (* 1888 in Düsseldorf; † 1967 in Berlin) war ein deutscher Maler des Expressionismus.

Hans Siebert von Heister studierte ab 1911 Malerei bei Lovis Corinth und Konrad von Kardorff. 1919 trat er der in Berlin gegründeten "Novembergruppe" bei, die durch die große Anzahl der dort vertretenen Künstler einen Stilsynkretismus enstehen lässt, der oftmals als "Kubofutoexpressionismus" bezeichnet wird. Die Novembergruppe war für die Vielfalt ihrer Stile und Disziplinen bekannt. Von Heister greift in der vorliegenden Komposition vorwiegend expressionistische Elemente auf, die durch einen spontanen und dynamischen Duktus charakterisiert sind. 1921 begann von Heister seine journalistische Karriere und wurde Mitbegründer des Deutschen Rundfunks, 1924 - 1940 war er Chefredakteur der Deutschen Rundfunk-Funkpost . Erst nach den Kriegsjahren war er wieder als freier Maler und Schriftsteller tätig. 


Die Novembergruppe
Die Novembergruppe war eine am 3. Dezember 1918 in Berlin gegründete Künstlervereinigung, die zumeist mehr als 120 Mitglieder hatte. Namengebend war die Novemberrevolution 1918. Nach der Machtübergabe an Hitler 1933 musste die Künstlergruppe ihre Arbeit einstellen. 1935 wurde ihr Ende mit der Streichung aus dem Vereinsregister der Stadt besiegelt.

In den ersten Monaten traten 170 Künstler der neugegründeten Novembergruppe bei: Allein 49 von ihnen kamen aus dem Redaktionsumfeld von Herwarth Waldens Zeitschrift Sturm. Zu Beginn schlossen sich der Künstlergruppe italienische Futuristen, bedeutende DADA-Künstler sowie wichtige Bauhaus-Mitglieder, von denen einige zum älteren Werkbund gehörten, an. Die Künstler der Novembergruppe bezeichneten sich selbst als radikal und revolutionär. Ihre Arbeit, ähnlich wie die des Arbeitsrats für Kunst, zu dem sie in engem Verhältnis standen, sollte die soziale Revolution in Deutschland unterstützen. Maßgebliches Ziel der Künstler war die Vereinigung von Kunst und Volk. Darüber hinaus versuchte die Gruppe, Einfluss auf öffentlich kulturelle Aufgaben zu nehmen.

1921 formulierten besonders Künstler aus dem linken Flügel der Novembergruppe einen Aufruf, der sich gegen die Verbürgerlichung der Künstlervereinigung wandte. Der Aufruf war von Otto Dix, George Grosz, Raoul Hausmann, John Heartfield, Hannah Höch, Rudolf Schlichter und Georg Scholz unterzeichnet und im Gegner veröffentlicht worden. 1922 wurde die dezentrale Arbeit der Novembergruppe mit den Ortsgruppen aufgegeben. Die Novembergruppe wurde als wichtiger Bestandteil in das Kartell fortschrittlicher Künstlergruppen in Deutschland integriert.

Charakteristisch für die Künstler der Novembergruppe ist ein Stil-Synkretismus, der häufig als Kubofutoexpressionismus bezeichnet wird. Die Wortschöpfung bezieht sich auf Kubismus, Futurismus und Expressionismus. Die Novembergruppe war für die Vielfalt ihrer Stile und Disziplinen bekannt, wird allerdings auch für diese Uneinheitlichkeit und die damit verbundene schwierige stilistische Einordnungsmöglichkeit kritisiert. Neben den Malern waren vor allem Künstler aus Architektur und Musik vertreten. Dabei gehörte die Musiksektion mit der Leitung durch Max Butting (später von Hans Heinz Stuckenschmidt abgelöst) mit ihrer Workshop-Arbeit zu einer der produktivsten Kräfte. Die Novembergruppe veranstaltete regelmäßig Künstlerfeste, Kostümfeste, Atelierbesuche, literarische und musikalische Veranstaltungsreihen.

Als wichtigstes Mittel der Selbstdarstellung wurden regelmäßig Ausstellungen organisiert. Alljährlich waren die Mitglieder der Künstlergruppe auf der Großen Berliner Kunstausstellung mit einem eigenen Raum Novembergruppe vertreten. Darüber hinaus stellten sie gemeinsam mit den Künstlern ihrer über die Republik verstreuten Ortsgruppen (Hallische Künstlergruppe, Kräfte, Die Kugel, Gruppe Rih, Üecht, Dresdner Sezession Gruppe 1919, Das Junge Rheinland, De Stijl) aus. Zu ihren Ausstellungen lud die Novembergruppe bedeutende internationale Künstler oder Vertreter von Künstlergruppen ein. So waren 1919 Marc Chagall, 1920 Georges Braque, Fernand Léger und Marie Laurencin, 1922 Henryk Berlewi und 1923 El Lissitzky (mit seinem legendären Proun-Raum) in der Abteilung der Novembergruppe auf der Großen Berliner Kunstausstellung vertreten. Ebenfalls 1923 gehörten Iwan Puni und László Péri zu den Ausstellenden. Zu den wichtigsten internationalen Ausstellungskooperationen gehörte die Zusammenarbeit mit den italienischen Futuristen in Rom 1920, die von Filippo Tommaso Marinetti und dem Novembergruppen-Mitglied Enrico Prampolini arrangiert wurde.

 

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