Heinrich Richter-Berlin (1884-1981)


Heinrich Richter-Berlin (1884-1981)

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TITEL  Centrum Berlin

TECHNIK  Lithographie

SIGNATUR  Im Stein oben rechts signiert "Richter Berlin 19"

ENTSTEHUNGSJAHR  1919

GRÖSSE (H x B)  22 x 18 cm

RAHMEN  Schwarzer Wechselrahmen aus Aluminium mit säurefreiem Passepartout

ZUSTAND  Schöner Zustand

PROVENIENZ  Privatbesitz

PRÄSENTATION  Das Kunstwerk kann in der Galerie in Bad Iburg besichtigt werden

 

KUNSTWERK

"Centrum Berlin", 1919, Lithographie, 22 x 18 cm, im Stein signiert und datiert "Richter Berlin 19".

Die Lithographie "Centrum Berlin" war für eine von dem Dresdner Kunsthistoriker Fridomar Dörffler geplante Grafikmappe „Berliner Novembergruppe 1919“ vorgesehen, die infolge der Inflation jedoch nicht zur Auslieferung kam. Sie sollte dreizehn Blätter in unterschiedlichen Techniken von zwölf Künstlern enthalten, die z. T. bereits vor der Gründung der Novembergruppe entstanden waren.

Siehe auch Georg Tappert "Berliner Rummel" und Moriz Melzer "Spreebrücke"

 

KÜNSTLER

Heinrich Richter-Berlin, eigentlich Heinrich C. Richter, (* 23. April 1884 in Berlin; † 26. Januar 1981 ebenda) war ein deutscher Maler des Expressionismus und Mitbegründer der Neuen Secession in Berlin. Richter arbeitete von 1916 bis 1945 auch intensiv als Filmarchitekt.

Heinrich Richter studierte in den Jahren 1902/1903 an der Hochschule der Künste Berlin. Er wurde vom weiteren Studium ausgeschlossen, da er ohne Erlaubnis in der Berliner Secession ausgestellt hatte. 1910 war er Mitbegründer der von der Berliner Secession abgespaltenen Künstlergruppe Neue Secession, die bis 1914 bestand. 1918 wurde er neben den Malern Max Pechstein, Georg Tappert, César Klein, Moriz Melzer, die wie er Mitglieder der Neuen Secession gewesen waren, Mitbegründer der Novembergruppe. Für die expressionistische Zeitschrift Der Sturm entwarf er zahlreiche Holzschnitte und beteiligte sich an Franz Pfemferts Die Aktion. 1919 war er Mitbegründer des Arbeitsrats für Kunst, erster Vorsitzender war Walter Gropius.

Richter entwarf von 1916 bis 1945 intensiv Bauten für Filmproduktionen; zum Teil betreute er bis zu 26 Filme pro Jahr. Für Friedrich Wilhelm Murnau stattete er die Filme Der Gang in die Nacht sowie Der Januskopf, beide aus dem Jahr 1920, aus. Ferner arbeitete er unter anderem mit den Filmregisseuren Hermann Kosterlitz, Alexander Korda, Erich Engel, Fedor Ozep, Kurt Bernhardt, Richard Oswald und Michael Kertesz zusammen. Für die Schauspielerin Rosa Valetti entwarf er Bühnenbilder. In den Jahren 1933 bis 1939 designte er vor allem die Kulissen für Kurzfilme, darunter das Gros der Arbeiten Piel Jutzis und Jürgen von Altens.

Richters Werk wurde 1933 als „entartet“ diffamiert und 1937 in der Ausstellung Entartete Kunst in München gezeigt. Nach Kriegsende schuf er ab 1945 Theaterdekorationen für das Theater am Nollendorfplatz, schrieb Theaterstücke für Kinder, führte Regie und verfasste Texte für Zeitschriften. Er war bis ins hohe Alter als Maler tätig.

Heinrich Richter-Berlin liegt auf dem Städtischen Friedhof Stubenrauchstraße in Berlin-Friedenau. Seine Grabstätte wurde von 1987 bis 2009 als Ehrengrab des Landes Berlin geführt (siehe Liste der Ehrengräber in Berlin/Ehemalige Ehrengräber). (Quelle: Wikipedia.de)


Die Novembergruppe
Die Novembergruppe war eine am 3. Dezember 1918 in Berlin gegründete Künstlervereinigung, die zumeist mehr als 120 Mitglieder hatte. Namengebend war die Novemberrevolution 1918. Nach der Machtübergabe an Hitler 1933 musste die Künstlergruppe ihre Arbeit einstellen. 1935 wurde ihr Ende mit der Streichung aus dem Vereinsregister der Stadt besiegelt.

In den ersten Monaten traten 170 Künstler der neugegründeten Novembergruppe bei: Allein 49 von ihnen kamen aus dem Redaktionsumfeld von Herwarth Waldens Zeitschrift Sturm. Zu Beginn schlossen sich der Künstlergruppe italienische Futuristen, bedeutende DADA-Künstler sowie wichtige Bauhaus-Mitglieder, von denen einige zum älteren Werkbund gehörten, an. Die Künstler der Novembergruppe bezeichneten sich selbst als radikal und revolutionär. Ihre Arbeit, ähnlich wie die des Arbeitsrats für Kunst, zu dem sie in engem Verhältnis standen, sollte die soziale Revolution in Deutschland unterstützen. Maßgebliches Ziel der Künstler war die Vereinigung von Kunst und Volk. Darüber hinaus versuchte die Gruppe, Einfluss auf öffentlich kulturelle Aufgaben zu nehmen.

1921 formulierten besonders Künstler aus dem linken Flügel der Novembergruppe einen Aufruf, der sich gegen die Verbürgerlichung der Künstlervereinigung wandte. Der Aufruf war von Otto Dix, George Grosz, Raoul Hausmann, John Heartfield, Hannah Höch, Rudolf Schlichter und Georg Scholz unterzeichnet und im Gegner veröffentlicht worden. 1922 wurde die dezentrale Arbeit der Novembergruppe mit den Ortsgruppen aufgegeben. Die Novembergruppe wurde als wichtiger Bestandteil in das Kartell fortschrittlicher Künstlergruppen in Deutschland integriert.

Charakteristisch für die Künstler der Novembergruppe ist ein Stil-Synkretismus, der häufig als Kubofutoexpressionismus bezeichnet wird. Die Wortschöpfung bezieht sich auf Kubismus, Futurismus und Expressionismus. Die Novembergruppe war für die Vielfalt ihrer Stile und Disziplinen bekannt, wird allerdings auch für diese Uneinheitlichkeit und die damit verbundene schwierige stilistische Einordnungsmöglichkeit kritisiert. Neben den Malern waren vor allem Künstler aus Architektur und Musik vertreten. Dabei gehörte die Musiksektion mit der Leitung durch Max Butting (später von Hans Heinz Stuckenschmidt abgelöst) mit ihrer Workshop-Arbeit zu einer der produktivsten Kräfte. Die Novembergruppe veranstaltete regelmäßig Künstlerfeste, Kostümfeste, Atelierbesuche, literarische und musikalische Veranstaltungsreihen.

Als wichtigstes Mittel der Selbstdarstellung wurden regelmäßig Ausstellungen organisiert. Alljährlich waren die Mitglieder der Künstlergruppe auf der Großen Berliner Kunstausstellung mit einem eigenen Raum Novembergruppe vertreten. Darüber hinaus stellten sie gemeinsam mit den Künstlern ihrer über die Republik verstreuten Ortsgruppen (Hallische Künstlergruppe, Kräfte, Die Kugel, Gruppe Rih, Üecht, Dresdner Sezession Gruppe 1919, Das Junge Rheinland, De Stijl) aus. Zu ihren Ausstellungen lud die Novembergruppe bedeutende internationale Künstler oder Vertreter von Künstlergruppen ein. So waren 1919 Marc Chagall, 1920 Georges Braque, Fernand Léger und Marie Laurencin, 1922 Henryk Berlewi und 1923 El Lissitzky (mit seinem legendären Proun-Raum) in der Abteilung der Novembergruppe auf der Großen Berliner Kunstausstellung vertreten. Ebenfalls 1923 gehörten Iwan Puni und László Péri zu den Ausstellenden. Zu den wichtigsten internationalen Ausstellungskooperationen gehörte die Zusammenarbeit mit den italienischen Futuristen in Rom 1920, die von Filippo Tommaso Marinetti und dem Novembergruppen-Mitglied Enrico Prampolini arrangiert wurde.

 

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