Karl Hofer (1878-1955)


Karl Hofer (1878-1955)


Preis auf Anfrage

 
 

TITEL  Kinder mit Ball

TECHNIK  Lithographie / Velin

SIGNATUR  Unten mittig "K Hofer"

ENTSTEHUNGSJAHR  1945

GRÖSSE (H x B)  38 x 24 cm (44 x 31 cm)

RAHMEN  Holzrahmen mit säurefreiem Passepartout und UV-Schutzverglasung

ZUSTAND  Gut erhalten

PROVENIENZ  Privatbesitz

PRÄSENTATION  Das Bild kann in der Galerie in Bad Iburg zurzeit nicht besichtigt werden

 

KUNSTWERK

"Kinder mit Ball", 1945, Lithographie auf chamoisfarbenem Velin, 38 x 24 cm, signiert "K Hofer", verso mit dem Stempel Graphik-Verlag - Dr. Heinrich Mock-Altenburg Th., Werkverzeichnis Rathenau L 75.

 

KÜNSTLER

Karl Christian Ludwig Hofer (Schreibweise auch Carl Hofer, * 11. Oktober 1878 in Karlsruhe; † 3. April 1955 in Berlin) war ein deutscher Maler des Expressionismus bzw. des expressiven Realismus. Er war Direktor der Berliner Hochschule für die bildenden Künste.

Hofer wurde 1878 in Karlsruhe geboren. Vier Wochen nach seiner Geburt starb sein Vater, der Militärmusiker Karl Friedrich Hofer, an einem Lungenleiden. Da seine Mutter Ottilie (Schwester des Bildhauers Theodor Hengst und des Glasmalers Max Hengst) den Lebensunterhalt verdienen musste, wurde Karl ab 1879 bei zwei Großtanten untergebracht, bevor er 1884–1892 in einem Waisenhaus lebte. Mit 14 Jahren begann Karl eine Buchhändlerlehre, die er drei Jahre später abschloss. 1896 lernte er den drei Jahre jüngeren Leopold Ziegler kennen.

1897 nahm Hofer ein Studium der Malerei an der Kunstakademie Karlsruhe auf. Seine Begabung wurde frühzeitig erkannt, er erhielt ein Stipendium aus dem Stipendienfonds des Großherzogs von Baden. Nach der Berufung Hans Thomas an die Karlsruher Kunstakademie wurde Hofer 1899 dessen Schüler. Im selben Jahr folgte der erste Aufenthalt in Paris. Im Jahr seines zweiten Paris-Aufenthalts 1900 machte er die Bekanntschaft von Julius Meier-Graefe. Hofer wurde 1901 Meisterschüler bei Thoma und im Jahr darauf Meisterschüler bei Leopold von Kalckreuth an der Kgl. Akademie der bildenden Künste in Stuttgart. In dieser Zeit begann seine Freundschaft mit dem Bildhauer Hermann Haller.

1903 heirateten Karl Hofer und Mathilde Scheinberger in Wien. Mathilde gehörte einer jüdischen Familie an, wurde aber nicht im jüdischen Glauben erzogen und trat später in die evangelische Kirche ein. Das Paar hatte drei Söhne, Karl Johannes Arnold, genannt Carlino, geboren 1904, Titus Wolfgang, geboren 1905, der bereits 1906 starb, und Hans-Rudi, geboren 1911.

1902 schloss Hofer einen Fünfjahresvertrag mit dem Schweizer Unternehmer und Mäzen Theodor Reinhart, in dem eine regelmäßige Unterstützung vereinbart wurde. Im Gegenzug erhielt Reinhart jedes Jahr zunächst drei, später vier Bilder Hofers. Der Vertrag wurde später um fünf Jahre bis 1913 verlängert. Reinharts Stipendium ermöglichte Karl und Mathilde Hofer die Übersiedlung nach Rom. Von 1908 bis 1913 lebte die Familie Hofer in Paris, 1913 zog sie nach Berlin.

Seit 1905 wurden Hofers Bilder regelmäßig auf Ausstellungen gezeigt, 1908 war er auf der Ausstellung der von Max Liebermann gegründeten „Berliner Secession“ vertreten. In Berlin wurde Hofer 1913 Mitglied der neuen „Freien Secession“ und war auf deren erster Ausstellung 1914 vertreten, zusammen mit Max Liebermann, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff. 1910 und 1911 reiste Hofer nach Indien. Im Sommer 1914 wurde die Familie Hofer bei einem Aufenthalt in dem französischen Badeort Ambleteuse vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs überrascht und interniert. Mathilde und die Söhne durften Ende 1914 nach Deutschland zurückkehren. Hofer wurde durch die Vermittlung von Reinhart 1917 in die Schweiz entlassen, zunächst nach Churwalden, dann nach Zürich.

1919 kehrte Hofer zu seiner Familie nach Berlin zurück. 1920 wurde er an die Hochschule für die bildenden Künste in Charlottenburg berufen, 1921 wurde er zum Professor ernannt. Die Hochschule für die bildenden Künste wurde 1924 mit der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums zu den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst zusammengeschlossen. In Anerkennung seiner Verdienste als Künstler und als Hochschullehrer wurde Hofer 1923 in die Preußische Akademie der Künste aufgenommen. Zwischen den Kunstströmungen der zwanziger vertrat Hofer einen eigenen Stil, der in der Kunstwissenschaft später als „Magischer Realismus“ bezeichnet wurde. Hofers Bilder waren in vielen Museen vertreten. 1928 wurde er zur Internationalen Kunstausstellung des Carnegie Institute in Philadelphia eingeladen.

Anfang der zwanziger Jahre nahm Karl Hofer eine Beziehung zu Elisabeth Schmidt auf, die er als Modell kennengelernt hatte. Im Sommer 1926 hatte er ein kurzfristiges Liebesverhältnis mit Ruth Wenger. Seit 1927 lebten Karl und Mathilde getrennt, blieben aber verheiratet.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde Hofers Gesamtwerk als „entartet“ verfemt. Bereits vor 1933 hatte er sich gegen den Nationalsozialismus positioniert. So wandte er sich 1931 gegen Kritik in der von Goebbels herausgegebenen Zeitung Der Angriff, die behauptete, Hofer wäre Jude und würde dafür sorgen, dass der Staatspreis der Akademie der Künste an Juden vergeben werde. Im selben Jahr beteiligte er sich mit dem Beitrag Faschismus, die dunkle Reaktion! an der Umfrage Wie kämpfen wir gegen ein Drittes Reich? der Berliner Zeitung Welt am Abend. In diesem argumentierte er für eine überparteiliche Initiative gegen die NSDAP. Am 1. April 1933 wurde Hofer auf einem Plakat gemeinsam mit Oskar Schlemmer und weiteren Lehrern der Berliner Kunsthochschule "Vertreter des zersetzenden liberalistisch-marxistisch-jüdischen Ungeistes" diffamiert. Er wurde daraufhin beurlaubt und im Sommer 1934 entlassen. Trotz seiner Ablehnung des Nationalsozialismus konnte Hofer seine Verfemung durch diesen zunächst nicht nachvollziehen, da er seine Kunst als deutsch verstand und hielt seine Beurlaubung für einen Kollateralschaden. Noch in der Ausstellung der Berliner Secession im Sommer 1933 besagte das Katalogvorwort, dass sich in Hofers Kunst das Deutschtum offenbaren würde. Zur selben Zeit beteiligte er sich mit dem Artikel Der Kampf um die Kunst an einer Reihe von Wortmeldungen zur deutschen Kunst in der Deutschen Allgemeinen Zeitung. Dort argumentierte er unter anderem, dass neben dem Militär kein Bereich der Gesellschaft so "judenfrei" gewesen wäre wie die Kunst. Er beschwor zudem die Gefahr, dass einzelne Künstler als national herausgestellt und die anderen damit der Vernichtung anheimfallen würden. Zu Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft versuchte also auch Hofer auf dessen Ideologie bis zu einem gewissen Grad einzugehen. Später blendete Hofer seinen Artikel in der DAZ aus, als er etwa seinen Freund Leopold Ziegler für seinen Versuch, in einer Rede 1934 Ähnlichkeiten zwischen seiner Position und der Ideologie der Nationalsozialisten herauszustellen, um seine Berufung zum Rektor der Frankfurter Universität zu erreichen, kritisierte.

1937 war er mit acht Werken in der NS-Propagandaausstellung „Entartete Kunst“ in München vertreten. Heinz Lederer[6], der Chef der Landesleitung Berlin der Reichskammer der bildenden Künste, attestierte am 31. Januar 1938, Hofer habe sich

„...durch experimentelle Umstellung auf modische Gegebenheiten von einer ursprünglich brauchbaren Mittelbegabung zu einer der gefährlichsten Systemzeit-Kunstgrößen entwickelt. (...) Insbesondere sind zahlreiche jüngere Künstler durch Hofer als Lehrer und als Vorbild in solchem Maße verwirrt worden, daß die Auswirkungen seines Schaffens und Wirkens als geradezu verheerend angesehen werden müssen...“

1938 wurde er aus der Preußischen Akademie der Künste ausgeschlossen. Wegen der Ehe mit Mathilde, die nach den nationalsozialistischen Ehegesetzen als Jüdin galt, obwohl sie der evangelischen Kirche angehörte, drohte Karl Hofer auch der Ausschluss aus der Reichskammer der bildenden Künste. Im Juli 1938 wurde die Ehe von Karl und Mathilde geschieden. Da die Bestätigung der Ehescheidung das Propagandaministerium spät erreichte, wurde Karl Hofer im Oktober 1938 dennoch aus der Reichskammer der bildenden Künste ausgeschlossen. Er durfte daraufhin seine Werke nicht mehr öffentlich im Kunsthandel oder auf Auktionen verkaufen; der Ausschluss galt daher als Berufsverbot. Im November 1938 heirateten Karl Hofer und die nach NS-Bestimmungen "arische" Elisabeth Schmidt. Daraufhin wurde Hofer vom Präsidenten der Reichskammer im Februar 1939 wieder in die Kammer aufgenommen, und das Berufsverbot war damit aufgehoben.

Mathilde Hofer war nach der Scheidung nicht mehr durch das, was die Nürnberger Gesetze eine „privilegierte Mischehe“ nannten, geschützt. Sie wurde deportiert und am 21. November 1942 im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ermordet. Das Atelier Hofers in Berlin wurde im März 1943 ausgebombt und mit vielen Werken völlig zerstört, im November 1943 wurde auch die Wohnung von Karl und Elisabeth Hofer zerstört. Carlino, der Sohn von Mathilde und Karl Hofer, wurde 1947 bei dem Versuch, zwei Einbrecher in einem Schuhgeschäft zu stellen, von einem der Täter getötet.

Nach Kriegsende war Hofer am Aufbau der Hochschule der bildenden Künste beteiligt, deren Direktor er seit Juli 1945 war. Er erhielt 1948 die Ehrendoktorwürde der Berliner Universität. Auch wurden ihm 1952 der Orden Pour le mérite für Wissenschaft und Künste und 1953 das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland zugesprochen. Sein autobiographischer Bildband Aus Leben und Kunst erschien 1952, seine Autobiographie Erinnerungen eines Malers ein Jahr später.

1955 gab es einen öffentlich ausgetragenen Streit zwischen Hofer und dem Kunstkritiker Will Grohmann über Figuration und Abstraktion. Die Kontroverse war der Anlass für Ernst Wilhelm Nay, Willi Baumeister und Fritz Winter, aus dem Deutschen Künstlerbund auszutreten. Hofer starb während der Auseinandersetzung am 3. April an den Folgen eines Schlaganfalls. (Quelle: Wikipedia.de)

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