Heinrich Vogeler (1872-1942)


Preis auf Anfrage

 

 

TITEL  Weihnachten

TECHNIK  Radierung / Japanpapier

SIGNATUR  Unten rechts "H Vogeler"

ENTSTEHUNGSJAHR  1912

GRÖSSE (H x B)  39,5 x 29,3 cm (53 x 41 cm)

RAHMEN  Holzrahmen mit säurefreiem Passepartout und UV-Schutzverglasung

ZUSTAND  Guter Erhaltungszustand

PROVENIENZ  Privatbesitz

PRÄSENTATION  Das Kunstwerk kann in der Galerie in Bad Iburg besichtigt werden

 

KUNSTWERK

"Weihnachten", 1912, Radierung und Aquatinta in Blaugrün auf chamoisfarbenem, festem Japanpapier, 34 x 46,5 cm, mit dem Trockenstempel des Kunstverlags Ludwig Möller Lübeck, signiert "H Vogeler", zusätzlich unten links von Otto Felsing signiert, Wvz Rief 48 a (von c).

 

KÜNSTLER

Johann Heinrich Vogeler (* 12. Dezember 1872 in Bremen; † 14. Juni 1942 im Kolchos Budjonny bei Kornejewka, Karaganda, Kasachische SSR) war ein deutscher Maler, Grafiker, Architekt, Designer, Pädagoge, Schriftsteller und Sozialist. Der vielseitig begabte Künstler ist besonders durch seine Werke aus der Jugendstilzeit bekannt geworden. Er gehört zur ersten Generation der Künstlerkolonie Worpswede, sein Wohnhaus, der Barkenhoff, wurde Anfang der 1900er Jahre zum Mittelpunkt der künstlerischen Bewegung. Im Ersten Weltkrieg entwickelte er einen expressionistischen Malstil, und ab den frühen 1920er Jahren schuf er nach Besuchen Moskaus die am Kubismus und Futurismus orientierten Komplexbilder mit politischen Motiven. Nach der endgültigen Übersiedlung nach Moskau 1931 begann er im Stil des von der Sowjetunion geforderten Sozialistischen Realismus zu malen.

Der aus dem Bürgertum stammende Vogeler näherte sich der Arbeiterbewegung, verwandelte 1919 den Barkenhoff in eine sozialistische Kommune mit angeschlossener Arbeitsschule und studierte die Schriften von Marx, Engels und Bakunin. Nach der Übersiedlung nach Moskau engagierte er sich dort im kulturellen und politischen Bereich, so betätigte er sich in der antifaschistischen Bewegung gegen Hitler. Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion 1941 wurde er wie viele andere Deutsche unter Zwang evakuiert und kam nach Kasachstan in das Gebiet Karaganda. Er starb unter tragischen Umständen im sowjetischen Exil.

Am 12. Dezember 1872 wird Heinrich Vogeler in Bremen geboren. 1890-1895 studiert er an der Kunstakademie in Düsseldorf. Studienreisen führen Vogeler u.a. nach Belgien und Italien. 1894 schließt er sich der Künstlervereinigung Worpswede an und erwirbt 1895 den "Barkenhoff". Weitere Reisen führen Vogeler nach Dresden und Florenz und er lernt Rainer Maria Rilke kennen. 1899 erhält er die Aufforderung an der "Insel" mitzuarbeiten. Neben der Beschäftigung am "Insel"-Jahrgang in München fertigt Vogeler kunstgewerbliche Arbeiten und Buchillustrationen an. 1901 heiratet er Martha Schröder. 1905 beendet er die Ausgestaltung der Güldenkammer im Bremer Rathaus. Aufgrund eines Augenleidens unternimmt der Künstler 1906 eine Seereise nach Ceylon. Das intensive Studium der Lektüre Maxim Gorkis während der Reise nach Lodz im Jahre 1907 bringt Vogeler dazu, leidenschaftlich Partei für die Arbeiterklasse zu ergreifen. Sein sozialreformerisches Engagement verstärkt sich, als er auf einer Englandreise die Elendsviertel von Glasgow und Manchester besucht. 1908 gründet Vogeler zusammen mit seinem Bruder Franz die "Worpsweder Werkstätte" für Möbelbau. Aufgrund des einschneidenden Rückgangs des Publikumsinteresses und anhaltender Eheprobleme plant er auszuwandern. Doch der Kriegsausbruch 1914 veranlasst Vogeler, sich als Kriegsfreiwilliger zu melden. 1915 wird er an die Ostfront berufen. Seine militärischen Aufträge als Zeichner und seine Reisen in Polen, Rumänien, Dobrudscha und Russland bringen den Künstler mit den Ideen der Bolschewiki in Berührung. Als Vogeler 1918 einen schriftlichen Friedensappell an den Kaiser richtet, wird er kurzzeitig in die Irrenanstalt in Bremen eingeliefert. Es folgt seine Entlassung aus dem Heeresdienst. Nach der Novemberrevolution gründet Vogeler im "Barkenhoff" die erste deutsche Künstlerkommune und übergibt nach deren Scheitern seinen Besitz der Roten Hilfe als Erholungsheim für Kinder politisch Verfolgter. Der Künstler lernt 1923 an der Seite seiner zweiten Frau, Sonja Marchlewska, die Sowjetunion kennen, in die er 1931 emigriert. Bei der Annäherung der deutschen Truppen aus Moskau im Jahr 1941 wird er zusammen mit anderen Emigranten nach Kasachstan deportiert, wo er 1942 verstirbt. In Heinrich Vogelers Werk vollzieht sich die Wandlung eines der führenden Vertreter des Jugendstils mit seiner kostbaren Malkultur und stilisierten Idyllik hin zum Schaffenden und Propagandisten des sozialistischen Realismus.

 

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