Otto Möller (1883-1964)


Preis auf Anfrage

 

 

TITEL  Drei Rehe

TECHNIK  Aquarell / festes Papier

SIGNATUR  -

ENTSTEHUNGSJAHR  1921

GRÖSSE (H x B)  37 x 27 cm

RAHMEN  Holzrahmen mit säurefreiem Passepartout und UV-Schutzverglasung

ZUSTAND  Guter Erhaltungszustand

PROVENIENZ  Privatbesitz

PRÄSENTATION  Das Kunstwerk kann aktuell nicht in der Galerie in Bad Iburg besichtigt werden

 

KUNSTWERK

"Drei Rehe", 1921, Aquarell auf festem Papier, 37 x 27 cm, verso betitelt, datiert und mit Nachlassstempel versehen, verso Bleistiftskizzen und Aquarellskizze.

Eine kubistische Darstellung von drei Rehen in einem Wald mit Bäumen und grünem Nadelgehölz. Die Rehe schauen aufmerksam in eine Richtung und sind auf dem Sprung. Rehe waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgrund ihrer scheuen Art ein beliebtes Sujet der Kunst (u.a. Franz Marc, Renée Sintenis). Auf der Rückseite des Kartons befinden sich drei Bleistiftskizzen und eine farbige Aquarellskizze einer sitzenden Frau.

Das sensible Bild entstand in der Zeit, in der Otto Möller Mitglied der Novembergruppe in Berlin war. 

 

KÜNSTLER

Otto Möller (* 20. Juli 1883 in Schmiedefeld, Thüringen; † 29. Februar 1964 in Berlin) war ein deutscher Maler, Grafiker und Zeichenlehrer. In seinem Werk durchlief Möller verschiedene Stilrichtungen, wie Impressionismus, Expressionismus, Kubofuturismus und Neue Sachlichkeit. Seinen Bekanntheitsgrad erreichte er als Vertreter der Berliner Novembergruppe und Expressionist der zweiten Generation.

Otto Möller wurde als zweites von drei Kindern der Eltern Emma Fanny (geb. Haubeiss) und des Kaufmanns Franz Hermann Möller in Schmiedefeld/Thüringen geboren. Nach dem Abschluss seiner Schulausbildung zog er 1903 gemeinsam mit seinem älteren Bruder Rudolf Möller nach Berlin. Zwischen 1905 und 1907 absolvierte er und sein Bruder an der Königlichen Kunstschule bei Philipp Franck eine Ausbildung zum Zeichenlehrer. Nach der Ausbildung folgte zwischen 1907 und 1908 ein kurzer Aufenthalt im Atelier von Lovis Corinth. Der Einfluss von Corinths Lehre fand vor allem in den Porträts Otto Möllers als auch in den wenigen Aktdarstellungen Niederschlag. Zeitgleich setzten Möllers erste Versuche auf dem Gebiet der Druckgrafik ein. Unmittelbar nach dem Atelieraufenthalt bei Corinth nahm Otto Möller seine Arbeit als Zeichenlehrer am städtischen Paulsen-Realgymnasium in Berlin-Steglitz auf. 1910 stellte Otto Möller als einer der Jüngsten erstmals auf der Berliner Secession aus. Wie seine Vorbilder und Lehrmeister Philipp Franck, Max Liebermann und Lovis Corinth aus der Berliner Secession gestaltete Otto Möller bevorzugt Landschaften, Alleen-, Markt- und Straßenimpressionen sowie Alltagszenerien. 1913 heiratete Otto seine Studienkollegin Erna Minna Juliana Senkbeil (genannt: Anni). Anni brachte am 12. Juni 1915 ihren ersten Sohn Hans zur Welt.

1915 wurde Otto Möller eingezogen und an der Westfront zwischen Elsass-Lothringen und der Schweiz stationiert. Nach Kriegsende trat er aus der evangelischen Kirche aus und in die revolutionäre Berliner Künstlervereinigung Novembergruppe ein. Gemeinsam mit seinem Bruder Rudolf war er seit 1919 auf der ersten und fast ohne Unterbrechung auf allen weiteren Ausstellungen der Novembergruppe vertreten. Künstlerisch wandte sich Otto Möller spätexpressionistischen Tendenzen der Kunst zu. Aus Expressionismus, Dadaismus, Konstruktivismus und Futurismus entwickelte Otto Möller einen Stilsynkretismus, wie er für die Künstler der Novembergruppe charakteristisch war. Als Zeichenlehrer gehörte Otto Möller neben Bernhard Hasler, Moriz Melzer, Heinz Fuchs, Rudolf Ausleger, César Klein, Bernhard Klein und Georg Tappert dem pädagogischen Flügel der Novembergruppe an. 1919 kam Otto Möllers zweiter Sohn Peter zur Welt. Zwischen 1920 und 1940 nahm Otto Möller als Lehrbeauftragter für Methodik und Pädagogik aktiv an den Reformen zur Neugestaltung der Kunsterziehung am Zentralinstitut für Unterricht und Erziehung teil. Von 1926 bis 1945 unterrichtete er am Prinz-Heinrichs-Gymnasium im Berliner Ortsteil Schöneberg. 1929 verstarb seine Ehefrau Erna „Anni“ Senkbeil. Ein Jahr später heiratete Otto Möller seine zweite Ehefrau Margarete Selma Uhlmann, die jüngere Schwester des später bekannt gewordenen Bildhauers Hans Uhlmann.

Mit dem Einsetzen des Nationalsozialismus stellte Otto Möller seine Ausstellungstätigkeit ein. Im Zuge der Vernichtung von sogenannter Entarteter Kunst durch die Nationalsozialisten ist auch mindestens ein Werk Otto Möllers, ein Seestück aus der Kunsthalle zu Kiel, zerstört worden. 1944 fiel Ottos Sohn Peter im Krieg.

Von 1945 bis 1946 arbeitete er als Studienrat am Lilienthal-Gymnasium im Ortsteil Berlin-Lichterfelde. 1946 übernahm Otto Möller eine Professur für Malen und Zeichnen in der Abteilung Kunstpädagogik der Berliner Hochschule für Bildende Künste. Während dieser Jahre veröffentlichte Otto Möller einige pädagogische Schriften, die seine Bemühungen um die Aufwertung der Kinderzeichnung seit den 20er Jahren und seine Reformbestrebungen für den Kunstunterricht widerspiegeln. 1955 trat er in den Ruhestand. Am 29. Februar 1964 verstarb Otto Möller in Berlin.

Otto Möller war Mitglied im Deutschen Künstlerbund.

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