Otto Modersohn (1865-1943)


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TITEL  Feldweg bei Münster

TECHNIK  Öl auf Papier/Karton

SIGNATUR  Unten links monogrammiert „OM Aug 87“

ENTSTEHUNGSJAHR  1887

GRÖSSE (H x B)  51,5 x 45,2 cm

RAHMEN  Holzrahmen

ZUSTAND  Gut erhalten

PROVENIENZ  Nachlass Otto Modersohn / Elsbeth Modersohn / Privatbesitz, Bremen

KUNSTMARKT  Gemälde aus der frühen Phase des Künstlers werden bei Auktionen für bis zu 41.000€ gehandelt

PRÄSENTATION  Das Bild kann auf Anfrage in der Galerie in Bad Iburg besichtigt werden

 

KUNSTWERK

"Feldweg bei Münster", 1887, Öl auf Papier/Karton, 50 x 44 cm, monogrammiert und datiert „OM Aug 87“, siehe auch Skizzenbuch 28 XV – Juli 1887.

Der 1865 in Soest geborene Maler zog 1874 mit seiner Familie nach Münster. Hier hat er während seines Kunststudiums in Düsseldorf von 1884–1889 ein eigenständiges Frühwerk geschaffen. "Westfalen habe ich als Hauptfundort für mich erkannt. Ich liebe Westfalen und alles, auch seine Schwächen, unendlich. Es umschließt die seligsten meiner Stunden.“ Diese Sätze notierte der aus Soest stammende Maler Otto Modersohn 1887 in sein Tagebuch. Staubige Landstraßen, feuchte Bruchwiesen, verfallene Bauernkotten, weit sich erstreckendes Weideland, gelegentlich Schafe, Kühe und Pferde – oder Menschen vom Land auf dem Weg in die Stadt: Das sind die Motive, die Modersohn damals festgehalten hat. Das Ringen um die Gestaltung dieses Bildes markierte einen ersten Wendepunkt im künstlerischen Schaffen von Otto Modersohn: weg von der komponierten Ideallandschaft der Akademie, hin zu einer aus unmittelbarer Naturanschauung hervorgegangenen realistischen Landschaftsmalerei.  Das Ringen um die Gestaltung dieses Bildes markierte einen ersten Wendepunkt in seinem künstlerischen Schaffen: weg von der komponierten Ideallandschaft der Akademie, hin zu einer aus unmittelbarer Naturanschauung hervorgegangenen realistischen Landschaftsmalerei. Selbstzweifel und glühende Leidenschaft trieben ihn: „Das Pappelbild noch fertig und dann hinaus, hinaus, hurrah“ (28. März 1889)Vom damaligen Wohnort an der Friedensstraße streifte Otto Modersohn unermüdlich mit seinem Skizzenbuch in den Akademieferien durch die münsterische Umgebung. So entstanden Hunderte von Skizzen und ca. 90 Gemälde und Studien

Das Werk wurde in den folgenden Ausstellungen gezeigt:

  • Otto Modersohn – Das Frühwerk 1884-1889, Otto-Modersohn-Museum, 2004/2005
  • Otto Modersohn – Das Frühwerk 1884-1889, Otto-Modersohn-Museum, 2014/2015
  • Otto Modersohn, Das Frühwerk 1884-1889, Nr. 89, Seite 139, Bruckmann, München, 1988
  • Otto Modersohn, MÜNSTERLAND !, Seite 79

 

KÜNSTLER

Friedrich Wilhelm Otto Modersohn (* 22. Februar 1865 in Soest, Westfalen; † 10. März 1943 in Rotenburg, Wümme) war ein Mitbegründer der Künstlerkolonie Worpswede und wurde einer der bekanntesten deutschen Landschaftsmaler.

1884 siedelt die Familie Modersohn von Soest nach Münster über, wo Otto bereits während der Gymnasialzeit eine Vorliebe für die Kunst entwickelt. So geht er nach dem Abitur an die Akademie nach Düsseldorf, doch entsprechen hier die Lehrmethoden nicht seinen Vorstellungen. Nach einem kurzen Aufenthalt in München hofft Otto Modersohn, an der Akademie in Karlsruhe künstlerische Vorbilder zu finden, jedoch wird er auch hier in seinen Erwartungen enttäuscht. Eine sommerliche Reise durch Norddeutschland zusammen mit Mackensen im Jahr 1888 hingegen beflügelt Modersohn zu einer Reihe kleiner Bilder, die einen ersten Höhepunkt seiner frühen Entwicklungsphase darstellt.

Ein weiteres gemeinsames Reiseunterfangen der beiden nach Worpswede führt 1889 zu der übereinstimmenden Entscheidung, ganz in der Künstlerkolonie zu bleiben. Bei anfänglicher Gleichgesinntheit beginnt sich Modersohn allerdings allmählich von seinen Freunden abzugrenzen. "Stille, stille Größe ist so recht eigentlich mein Ziel", schreibt er und will lieber "Mit wenigem viel sagen [..]". 1895 gehen acht Arbeiten von ihm zur ersten Gemeinschaftsausstellung der Worpsweder an die Bremer Kunsthalle. Die Reaktion auf die Ausstellung ist geteilt, aber umso mehr wird die nachfolgende Beteiligung an der "Internationalen Glaspalastausstellung" in München besonders für Modersohn ein großer Erfolg.

1897 kommt Paula Becker, die Modersohn 1901 heiratet, zum ersten Mal nach Worpswede. Der Maler trägt sich inzwischen mit dem Gedanken, die Kolonie zu verlassen. Die folgende Zeit ist geprägt von zahlreichen Reisen und verschiedenen Aufenthalten in Deutschland und Frankreich, die Modersohn großenteils zusammen mit seiner Frau unternimmt. Erst im Frühjahr 1907 kehren die Modersohns endgültig nach Worpswede zurück, wo Paula im November nach der Geburt ihrer Tochter stirbt.

Otto Modersohn zieht nach Fischerhude, wo für ihn 1908 "eine neue Zeit anbricht". In ländlicher Umgebung widmet sich der Künstler dem Studium der Natur und hierher kehrt er auch nach erneuten Aufenthalten in Worpswede und Berlin im Jahr 1917 wieder zurück. "Vereinfachung, Zusammenfassung in Form und Farbe ist ein Hauptziel" seiner Kunst in den 20er Jahren. In Holland und im Allgäu, wo er 1930 auch ein Haus erwirbt, findet Modersohn fortan wichtige Anregungen. Als der Maler 1936 die Sehkraft eines Auges verliert, stellt er die Aufenthalte im Allgäu ein und malt nur noch im Fischerhuder Atelier.

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