Heinz Lewerenz (1890-1939)


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TITEL  Baer + Rämpel

TECHNIK  Radierung

SIGNATUR Unten rechts "Heinz Lewerenz 11"

ENTSTEHUNGSJAHR  1911

GRÖSSE (H x B)  18 x 12,5 cm (35,5 x 26,5 cm)

AUFLAGE  Unbekannt

RAHMEN  Holzrahmen mit säurefreiem Passepartout und UV-Schutzverglasung

ZUSTAND  Schöner Zustand; altersbedingt lt. faltig und fleckig

PROVENIENZ  Kunsthandel Bielefeld; Privatbesitz Bielefeld

 

KUNSTWERK

"Baer + Rämpel", 1911, Radierung, 18 x 12,5 cm, signiert und datiert "Heinz Lewerenz 11", bezeichnet "Baer + Rämpel", verso auf dem alten Rahmen ein Aufkleber der "Kunsthandlung Wilhelm Busch, Bielefeld".

Eine sehr frühe Radierung des Künstlers aus seiner Zeit an der Handwerker- und Kunstgewerbeschule in Bielefeld. Grafiken von Heinz Lewerenz werden sehr selten auf dem Kunstmarkt angeboten. Weitere Radierungen befinden sich im musealen Bestand der Kunsthalle Bielefeld. 

Dargestellt ist die Nähmaschinenfabrik «Baer & Rempel« in der (Kleinen) Bahnhofstraße in Bielefeld. Das große Fabrikgebäude, in dem jährlich bis zu 60.000 Nähmaschinen produziert wurden, existiert heute nicht mehr. Heinz Lewerenz hat im Alter von 21 Jahren in dünnen Strichen eine fast dörflich anmutende Szenerie dargestellt. Nur der Schornstein im Hintergrund zeigt dem Betrachter, dass es sich um eine Industrieanlage handelt. 

Stilistisch ähnelt die Radierung «Baer + Rämpel« von Heinz Lewerenz den frühen Arbeiten seines Mitschülers Peter August Böckstiegel. Das Studium der verschiedenen Drucktechniken (Radierung, Holzschnitt, Lithographie) gehörte zur Ausbildung der Kunststudenten. 

 

KÜNSTLER

Heinz Lewerenz (21.9.1890 in Bielefeld; 31.8.1939 in Bad Wiessee) war ein deutscher Expressionist.​

Nach einer kaufmännische Lehre arbeitete Heinz Lewerenz in einem Musterzeichneratelier. Anschliessend besuchte er die Klasse von Godewols an der Handwerker- und Kunstgewerbeschule in Bielefeld von 1909 bis 1914. Dort lernte er u.a. Peter August Böckstiegel und Victor Tuxhorn kennen. Heinz Lewerenz wird Mitglied der Künstlergruppe "Rote Erde" in Bielefeld, bevor er von 1914-1918 am 1. Weltkrieg teilnimmt.

Es folgt das Studium an der Kunstakademie in Dresden (Lehrer: Otto Gussmann). 1919 ist Lewerenz Gründungsmitglied der Künstlergemeinschaft "Der Wurf". Ab 1923 wird Lewerenz Leiter der Entwurfsklasse für angewandte Malerei an der Kunstgewerbeschule in Kassel. 1937 werden Werke von Heinz Lewerenz von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und vernichtet.

 

AUSSTELLUNGEN (AUSWAHL)

  • 1920: Der Wurf, Kunstsalon Heinrich Brinkmann, Bielefeld
  • 1920: Kunstsalon Otto Fischer, Bielefeld
  • 1920: Kunstausstellung Berlin (Novembergruppe), Berlin
  • 1921: Sommer-Ausstellung der Künstler-Vereinigung Dresden
  • 1921: Große Berliner Kunstausstellung (Novembergruppe), Berlin
  • 1921: Salon Emil Richter, Dresden
  • 1921: Neue Kirchliche Kunst, Kunstgewerbemuseum Leipzig
  • 1922: Aktsaal der Handwerker- und Kunstgewerbeschule Bielefeld
  • 1922: I. Internationale Kunstausstellung Düsseldorf
  • 1923: Salon Emil Richter, Dresden
  • 1924: Ausstellung der Künstler-Vereinigung Dresden
  • 1926: Große Aquarell-Ausstellung, Dresden
  • 1981: Hermann Freudenau – Heinz Lewerenz. Kulturhistorisches Museum Bielefeld
  • 2010: Der Westfälische Expressionismus, Kunsthalle Bielefeld
  • 2013: Verschollen - Vergessen - Wiederentdeckt, Ostdeutsche Kunstauktionen, Ahrensfelde
  • 2014: Das Glück in der Kunst – Expressionismus und Abstraktion, Kunsthalle Bielefeld
  • 2020: Heinz Lewerenz - Zwischen "Wurf" und "Roter Erde", Kunsthaus Rietberg
  • 2023: Westfälische Wege in die Moderne - Die Künstlergruppen «Rote Erde« und «Der Wurf«, Böckstiegel Museum, Werther

 

LITERATUR

  • Westfälische Künstler - Hermann Freudenau, Heinz Lewerenz, R. Jörn, Kulturhistorisches Museum Bielefeld 1981
  • Sammlung Bunte – Positionen der Klassischen Moderne, Burkhard Leismann, Kunstmuseum Ahlen 2007, S. 122-123
  • Der westfälische Expressionismus, J. Hülsewig-Johnen, Hirmer Verlag 2010
  • Das Glück in der Kunst. Expressionismus und Abstraktion um 1914. Sammlung Bunte. Hrsg. Jutta Hülsewig-Johnen
    und Henrike Mund, Ausst.-Kat. Kunsthalle Bielefeld, Bielefeld 2014
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