Wilhelm Schmid (1892-1971)


Wilhelm Schmid (1892-1971)

399,00
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TITEL  Bahnhof Friedrichstraße 

TECHNIK  Lithographie

SIGNATUR  Im Stein unten rechts signiert "W. Schmid"

ENTSTEHUNGSJAHR  Um 1920

GRÖSSE (H x B)  30 x 26 cm

RAHMEN  Schwarzer Wechselrahmen aus Aluminium mit säurefreiem Passepartout

ZUSTAND  Schöner Zustand. Kleiner Knick oben links

PROVENIENZ  Privatbesitz

PRÄSENTATION  Das Kunstwerk kann in der Galerie in Bad Iburg besichtigt werden

 

KUNSTWERK

"Bahnhof Friedrichstraße", um 1920, Lithographie, 30 x 26 cm, im Stein signiert "W. Schmid".

Die Lithographie "Bahnhof Friedrichstraße" war für eine von dem Dresdner Kunsthistoriker Fridomar Dörffler geplante Grafikmappe „Berliner Novembergruppe 1919“ vorgesehen, die infolge der Inflation jedoch nicht zur Auslieferung kam. Sie sollte dreizehn Blätter in unterschiedlichen Techniken von zwölf Künstlern enthalten, die z. T. bereits vor der Gründung der Novembergruppe entstanden waren.

Siehe auch Georg Tappert "Berliner Rummel" und Moriz Melzer "Spreebrücke"

 

KÜNSTLER

Wilhelm Schmid (* 7. Februar 1892 in Remigen; † 1. Dezember 1971 in Brè bei Lugano) war ein Schweizer Maler, der der Neuen Sachlichkeit sowie dem Magischen Realismus zugeordnet wird.

Wilhelm Schmid wurde 1892 in Remigen bei Brugg AG geboren, er emigrierte 1912 über Italien nach Berlin. 1918 wurde er Mitbegründer der Novembergruppe, in der sich die «Revolutionäre des Geistes» zusammenschlossen (ihr gehörten Künstler wie Otto Dix, Wassily Kandinsky oder Rudolf Belling an). 1923 erschien über Schmid eine Monographie, in der etwa seine Pierrots lunaires oder Musikerbilder wie Puccini Butterfly (beide heute im Besitz der Stadt Lugano), die Mona Luna (heute im Aargauer Kunsthaus), frühe Landschaften sowie einzelne Stillleben abgebildet wurden. Wilhelm Schmid gehörte zur künstlerisch-kulturellen Bewegung der Neuen Sachlichkeit. Er, der sich in einer Selbststilisierung als «Schweizer und Bauer» bezeichnete, galt als junge Hoffnung der Kunst und stiess bei den Kritikern auf entsprechendes Interesse.

1924 zog es ihn nach Frankreich, 1928 arbeitete er vorwiegend in Paris und Südfrankreich, mit gelegentlichen Abstechern nach Italien. 1930 kehrte er nach Berlin zurück. Zum Teil vom französischen Surrealismus beeinflusst, malte er Bilder wie Le Duel und andere Kopflose. Als das politische Klima mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland umschlug, galt er als «entartet». Mit seiner jüdischen Ehefrau Maria Schmid-Metz, einer Sängerin, musste er in die Schweiz zurück. Er begab sich im Tessiner Brè-Aldesago in eine «innere Emigration». Die Integration in die Schweizer Kunstszene misslang. Sein letztes Riesengemälde Der Heliand (La Cena, heute im Besitz des Bundes) wurde hier 1946 als anstössig empfunden.


Die Novembergruppe
Die Novembergruppe war eine am 3. Dezember 1918 in Berlin gegründete Künstlervereinigung, die zumeist mehr als 120 Mitglieder hatte. Namengebend war die Novemberrevolution 1918. Nach der Machtübergabe an Hitler 1933 musste die Künstlergruppe ihre Arbeit einstellen. 1935 wurde ihr Ende mit der Streichung aus dem Vereinsregister der Stadt besiegelt.

In den ersten Monaten traten 170 Künstler der neugegründeten Novembergruppe bei: Allein 49 von ihnen kamen aus dem Redaktionsumfeld von Herwarth Waldens Zeitschrift Sturm. Zu Beginn schlossen sich der Künstlergruppe italienische Futuristen, bedeutende DADA-Künstler sowie wichtige Bauhaus-Mitglieder, von denen einige zum älteren Werkbund gehörten, an. Die Künstler der Novembergruppe bezeichneten sich selbst als radikal und revolutionär. Ihre Arbeit, ähnlich wie die des Arbeitsrats für Kunst, zu dem sie in engem Verhältnis standen, sollte die soziale Revolution in Deutschland unterstützen. Maßgebliches Ziel der Künstler war die Vereinigung von Kunst und Volk. Darüber hinaus versuchte die Gruppe, Einfluss auf öffentlich kulturelle Aufgaben zu nehmen.

1921 formulierten besonders Künstler aus dem linken Flügel der Novembergruppe einen Aufruf, der sich gegen die Verbürgerlichung der Künstlervereinigung wandte. Der Aufruf war von Otto Dix, George Grosz, Raoul Hausmann, John Heartfield, Hannah Höch, Rudolf Schlichter und Georg Scholz unterzeichnet und im Gegner veröffentlicht worden. 1922 wurde die dezentrale Arbeit der Novembergruppe mit den Ortsgruppen aufgegeben. Die Novembergruppe wurde als wichtiger Bestandteil in das Kartell fortschrittlicher Künstlergruppen in Deutschland integriert.

Charakteristisch für die Künstler der Novembergruppe ist ein Stil-Synkretismus, der häufig als Kubofutoexpressionismus bezeichnet wird. Die Wortschöpfung bezieht sich auf Kubismus, Futurismus und Expressionismus. Die Novembergruppe war für die Vielfalt ihrer Stile und Disziplinen bekannt, wird allerdings auch für diese Uneinheitlichkeit und die damit verbundene schwierige stilistische Einordnungsmöglichkeit kritisiert. Neben den Malern waren vor allem Künstler aus Architektur und Musik vertreten. Dabei gehörte die Musiksektion mit der Leitung durch Max Butting (später von Hans Heinz Stuckenschmidt abgelöst) mit ihrer Workshop-Arbeit zu einer der produktivsten Kräfte. Die Novembergruppe veranstaltete regelmäßig Künstlerfeste, Kostümfeste, Atelierbesuche, literarische und musikalische Veranstaltungsreihen.

Als wichtigstes Mittel der Selbstdarstellung wurden regelmäßig Ausstellungen organisiert. Alljährlich waren die Mitglieder der Künstlergruppe auf der Großen Berliner Kunstausstellung mit einem eigenen Raum Novembergruppe vertreten. Darüber hinaus stellten sie gemeinsam mit den Künstlern ihrer über die Republik verstreuten Ortsgruppen (Hallische Künstlergruppe, Kräfte, Die Kugel, Gruppe Rih, Üecht, Dresdner Sezession Gruppe 1919, Das Junge Rheinland, De Stijl) aus. Zu ihren Ausstellungen lud die Novembergruppe bedeutende internationale Künstler oder Vertreter von Künstlergruppen ein. So waren 1919 Marc Chagall, 1920 Georges Braque, Fernand Léger und Marie Laurencin, 1922 Henryk Berlewi und 1923 El Lissitzky (mit seinem legendären Proun-Raum) in der Abteilung der Novembergruppe auf der Großen Berliner Kunstausstellung vertreten. Ebenfalls 1923 gehörten Iwan Puni und László Péri zu den Ausstellenden. Zu den wichtigsten internationalen Ausstellungskooperationen gehörte die Zusammenarbeit mit den italienischen Futuristen in Rom 1920, die von Filippo Tommaso Marinetti und dem Novembergruppen-Mitglied Enrico Prampolini arrangiert wurde.

 

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