Georg Schrimpf (1889-1938)

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TITEL  Rehe

TECHNIK  Holzschnitt auf Japanpapier

SIGNATUR  Signiert unten rechts "G. Schrimpf"

ENTSTEHUNGSJAHR  1917

GRÖSSE (H x B)  9 x 13,5 cm

AUFLAGE  10

ZUSTAND Gut erhalten

PROVENIENZ  Galerie »Der Sturm«, Berlin; Sammlung Dr. Heinrich Stinnes, Köln; Privatbesitz Westfalen

RAHMEN  Holzrahmen mit säurefreiem Passepartout und UV-Schutzverglasung

PRÄSENTATION  Das Bild kann in der Galerie in Bad Iburg besichtigt werden

 

KUNSTWERK

"Rehe", Holzschnitt, 1917, 9 x 13,5 cm, signiert "G. Schrimpf"", mit Bleistift links unten bezeichnet "N. 1", Mitte unten "Sturm 27.II.18" und rechts unten "Rehe H[olzschnitt] handdr[uck] 1/10", Sammlerstempel, WVZ Hofmann/Präger 1917/4.

Ein wunderschönes Blatt aus der wichtigen, expressiven Berliner Zeit des Künstlers in der Galerie "DER STURM" von Herwarth Walden. Zwei Rehe liegen in einem Wald. Das linke Reh schaut wachsam und das zweite Reh versteckt sich. Der Betrachter wird an die einfühlsamen Tierdarstellungen Franz Marcs erinnert. 

Dieser Holzschnitt stammte wohl aus der berühmten Kunstsammlung von Heinrich Stinnes. Der Sammlerstempel (Lugt 1376a) links unten und die "Nummer 1" weisen darauf hin. Die handschriftliche Bezeichnung "Rehe H handdr. 1/10" könnte auch von Stinnes stammen. 1938 wurde in Bern ein Teil seiner Sammlung angeboten, u.a. auch eine Reihe von Holzschnitten von Georg Schrimpf (siehe Foto). 

Der Holzschnitt wurde wohl Anfang 1918 in der 60. Ausstellung des "STURM" gezeigt bzw. verkauft. Die kleine handschriftliche Bezeichnung "Sturm 27.II.18" weist darauf hin. Die Ausstellung hatte den Titel "Georg Schrimpf - Maria Uhden - Fritz Stuckenberg". Der Holzschnitt "Rehe" wurde weiterhin abgebildet in „Der Sturm“, 9. Jg. 3. Heft, Juni 1918 (siehe Fotos).

Der Holzschnitt "Rehe" wird im November 1922 zur Ausstellung "Zehn Jahre neue Kunst in München" im Katalog der Galerie Hans Goltz angeboten. 

 

KÜNSTLER

Georg Gerhard Schrimpf (* 13. Februar 1889 in München; † 19. April 1938 in Berlin) war ein deutscher Maler und Grafiker. Er zählt zu den bedeutendsten Vertretern der Kunstrichtung Neue Sachlichkeit.

Georg Schrimpf begann schon als Kind begeistert zu zeichnen, seine Lieblingsmotive waren Indianer. Die künstlerische Neigung fand im Elternhaus kein Verständnis, schon gar nicht eine Förderung. Der Stiefvater drängte das Kind 1902 (in diesem Jahr verlor er seinen leiblichen Vater) zu einer Zuckerbäckerlehre in Passau. Georg schloss sie 1905 ab und ging sofort auf Wanderschaft. Sie führte ihn durch viele deutsche Städte, auch durch Belgien und Frankreich. Sein Geld verdiente er als Kellner, Kohlenschaufler und Bäcker. 1913 freundete er sich mit dem Schriftsteller Oskar Maria Graf an, ebenfalls ein gelernter Bäcker. Mit ihm zog er durch die Schweiz und Oberitalien. Einige Monate verbrachten die beiden in einer Anarchistenkolonie in Ascona/Tessin, zeitweise bei Karl und „Gusto“ Gräser auf dem Monte Verità. Es entstand eine lebenslange tiefe Freundschaft. Von O. M. Graf stammen die ersten Würdigungen der künstlerischen Tätigkeit Schrimpfs.

1915 übersiedelte Schrimpf nach Berlin. Sein Leben fristete er zunächst als Arbeiter in einer Schokoladenfabrik. Aber er fing jetzt intensiv zu malen an. Bald fand er die Beachtung des Kunstexperten, Galeristen und Publizisten Herwarth Walden, der Schrimpfs erste Ölbilder ausstellte (Galerie Der Sturm, 1916). Sie fanden große Beachtung. Mit Holzschnitten wurde Schrimpf Mitarbeiter der Zeitschriften „Die Aktion“ und „Der Sturm“. 1917 heiratete er die Malerin und Grafikerin Maria Uhden, mit der ihn auch künstlerisch viel verband. Noch im selben Jahr zog das Paar nach München. Maria Uhden starb im August 1918 an den Folgen der Geburt ihres Sohnes Markus. Seit dem Jahr 1918 stellte Schrimpf regelmäßig in der Münchner Galerie Neue Kunst aus. Er beteiligte sich als Mitglied des Aktionsausschuß revolutionärer Künstler aktiv an der Münchner Räterepublik. Er schloss sich ebenso der Novembergruppe an, auf deren Ausstellungen er sich 1919, 1920, 1924 und 1929 beteiligte. Schrimpf veröffentlichte Arbeiten u. a. in den Münchner expressionistischen Zeitschriften Der Weg, Die Bücherkiste und Die Sichel. 1920 stellte Schrimpf zum ersten Mal bei der Neuen Sezession im Glaspalast München aus. Ein Jahr später wurde er Mitglied dieser Gruppe. Sie sagte ihm besonders zu, denn hier fühlte er sich nicht in eine bestimmte Richtung gedrängt. 1922 kam er, wieder in Italien, mit der Künstlergruppe um die italienische Zeitschrift Valori Plastici in Kontakt; Carlo Carrà schrieb darauf eine Monographie über Schrimpf. Von 1926 bis 1933 übte er eine Lehrtätigkeit an der Kunstgewerbeschule München aus. 1932 kam es zur Gründung und Beginn einer Wanderausstellung der Gruppe Die Sieben. der neben Georg Schrimpf auch die Künstler Theo Champion, Adolf Dietrich, Hasso von Hugo, Alexander Kanoldt, Franz Lenk und Franz Radziwill angehörten.

1933 wurde er als außerordentlicher Professor an die Staatliche Hochschule für Kunsterziehung in Berlin-Schöneberg berufen. Seine Lehrtätigkeit endete im September 1937 auf Anordnung von Bernhard Rust, dem Preußischen Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung. Als Gründe wurden genannt, dass Schrimpf von Januar bis April 1919 der Kommunistischen Partei und 1925/26 ein Jahr lang der KPD-nahen Roten Hilfe angehört hatte. Als ordentliches Mitglied des Deutschen Künstlerbundes nahm Georg Schrimpf noch an der letzten DKB-Jahresausstellung im Hamburger Kunstverein teil. Die Haltung des NS-Regime gegenüber Person und Werk von Georg Schrimpf wirft ein bezeichnendes Licht auf die Widersprüchlichkeit der so genannten „Kunstpolitik“. Er galt als Roter und somit automatisch als „entartet“. Als auf Grund eines Erlasses des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels, rund 16.000 Bilder als wertlos und entartet aus deutschen Museen entfernt wurden, waren auch 33 Werke Schrimpfs darunter. Gleichzeitig zählten einige Nazi-Größen zu den Sammlern von Schrimpf-Gemälden, wie die Reichsminister Heß und Darré. Im Jahr vor seinem Tod wurde er im Juli 1937 in der NS-Ausstellung Entartete Kunst erneut diffamiert. Gegen Ende 1937 wurde Georg Schrimpf seines Lehramts in Berlin enthoben, er starb wenige Monate später im Alter von 49 Jahren an Herzversagen.
(Quelle:
Wikipedia.de

 

MUSEEN UND SAMMLUNGEN

  • Museum of Modern Art, New York
  • Neue Nationalgalerie Berlin
  • Ostfriesisches Landesmuseum, Emden
  • Kunstmuseum Basel, Basel
  • Städtische Galerie im Lenbachhaus, München
  • Pinakothek der Moderne, München
  • Städtische Kunsthalle, Mannheim
  • North Carolina Museum of Art, Raleigh
  • Von der Heydt-Museum, Wuppertal
  • Museum Ludwig, Köln
  • Kurpfälzisches Museum der Stadt Heidelberg
  • Los Angeles County Museum of Art
  • Museum Gunzenhauser, Chemnitz
  • Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)

 

LITERATUR

  • Oskar Maria Graf: Ua-Pua! Indianer-Dichtungen. Mit 30 Kreidezeichnungen von Georg Schrimpf. Franz Ludwig Habbel Verlag, Regensburg 1921.
  • Oskar Maria Graf: Georg Schrimpf. Verlag von Klinkhardt & Biermann, Leipzig 1923 (Junge Kunst; 37).
  • Georg Schrimpf: Eine Reise um die Welt in 16 Bildern. Curt Steinitz Verlag, München o. J. (1924).
  • Georg Schrimpf. Einleitung von Matthias Pförtner. Rembrandt Verlag, Berlin 1940.
  • Oskar Maria Graf: Ein barockes Maler Porträt. In: Mitmenschen. Aufbau-Verlag, Berlin 1950, S. 183–223 (Neuausgabe: Allitera Verlag, München 2015, ISBN 978-3-86906-705-6).
  • Josef Adamiak: Georg Schrimpf – Ein Beitrag zum Problem der Malerei der Neue Sachlichkeit (Kunst). Diplomarbeit von Josef Adamiak am Kunstgeschichtlichen Institut der Humboldt-Universität zu Berlin, ungedruckt, 1961.
  • Renate Hartleb: Georg Schrimpf. Maler und Werk. Verlag der Kunst, Dresden 1984.
  • Wolfgang Storch: Georg Schrimpf und Maria Uhden. Leben und Werk. Mit einem Werkverzeichnis von Karl-Ludwig Hofmann und Christmut Praeger. Charlottenpresse, Frölich & Kaufmann, Berlin 1985.
  • Adam C. Oellers: Künstler, Freund und Zeitgenosse. Zur Portraitdarstellung bei Georg Schrimpf und seines Umkreises in den 20er Jahren. In: Aachener Kunstblätter, Band 54/55, 1986/87, S. 283–292.
  • Ulrich Gerster: Kontinuität und Bruch. Georg Schrimpf zwischen Räterepublik und NS-Herrschaft. In: Zeitschrift für Kunstgeschichte, Bd. 63 (2000), Heft 4, S. 532–557.
  • Olaf Peters: Schrimpf, Georg. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 23, Duncker & Humblot, Berlin 2007, ISBN 978-3-428-11204-3, S. 549–551 (Digitalisat).
  • Helga Margarete Heinrich: Verfemt, nicht „entartet“. Der Maler Georg Schrimpf (1889–1938). In: Literatur in Bayern. Vierteljahresschrift für Literatur, Literaturkritik und Literaturwissenschaft, Ausgabe Nr. 98, Dezember 2009, ISSN 0178-6857, S. 35–47.
  • Ulrich Gerster: Der Schützling des Stellvertreters. Georg Schrimpf und sein Gemälde „Mädchen vor dem Spiegel“. In: Uwe Fleckner (Hrsg.): Das verfemte Meisterwerk. Schicksalswege moderner Kunst im „Dritten Reich“. Akademie Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-05-004360-9, S. 335–363.
  • Felix Billeter: Georg Schrimpf. In: Karin Althaus u. a. (Hrsg.): Kunst und Leben. 1918 bis 1955. Lenbachhaus, München / Deutscher Kunstverlag, Berlin 2022, ISBN 978-3-88645-210-1, S. 240–243.
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